Erneuerbare Energie

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Strom mit ökologischem Mehrwert 

In Zeichen der Klimaerwärmung und der Verknappung der Erdölreserven sowie mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergienutzung bleibt die stärkere Nutzung erneuerbarer Energiequellen dringend und wird auch wirtschaftlich interessanter. Diese Energiequellen umfassen Wasser, Wind, Sonne, Erdwärme und Biomasse. Die Kosten dieser Stromproduktion sind zwar zum Teil immer noch deutlich höher als bei den konventionellen Kraftwerken. Doch haben sich die Produktionskosten beispielweise beim Solarstrom den Marktpreisen stark angenähert. Auf der Seite der nicht erneuerbaren Energie steigen die Preise und die Vorbehalte in der Bevölkerung durch unabschätzbare Kosten für die Risiken eines Atomunfalls sowie die ungelöste Endlagerung der radioaktiven Abfälle.


Ein Pneukran versetzt das 2.3t schwere Rad (2004)

 


Ansicht des neumontierten Wasserrades (2004)

In der Schweiz liegt der Anteil erneuerbarer Stromgewinnung dank der Wasserkraftwerke bei knapp 60%, der Rest entfällt grösstenteils auf die Kernenergie. Das EW Aadorf verkaufte 2012 einen Strommix, der zu 69% aus Kernenergiestrom und zu 31% aus Strom von erneuerbaren Quellen bestand. Das Werk hat sich im Aktivitätenprogramm der Energiestadt Aadorf verpflichtet, den Anteil an erneuerbarem Strom laufend zu erhöhen. Durch eine Vereinbarung mit drei weiteren Gemeinden im hinteren Thurgau kauft es mit einem fixen Aufpreis pro kWh verkauftem Strom sogenannte Herkunftsnachweiszertifikate für Ökostrom ein. Es bietet zudem seinen Kunden alternative Stromprodukte zum Kauf an. Diese wurden zusammen mit der Solargenossenschaft Aadorf lanciert. Es sind dies: Strom vom Wasserrad aus Aadorf, Strom von der Sonne aus Aadorf und Strom von Wasserkraft aus dem Thurgau (vom Kleinwasserkraftwerk im Aawangen). Alle drei Produkte sind zu 100% erneuerbar. Somit können sich Kunden des EW Aadorf Ihren individuellen Strommix zusammenstellen lassen.


Ein Lernender des EWA montiert den Schaltschrank
für das Wasserrad (2004)

 Wasserrad-Grüntal.jpg
Turas-Wasserrad Grüntal im Februar 2012

Zusammenarbeit vom EW Aadorf mit der Solargenossenschaft Aadorf (SGA)

1991: Erstmals speist das EW Aadorf Solarstrom von einer privaten Anlage in sein Stromnetz ein (Anlage Coop Wiesentalstrasse; 9 kW)

1994: kommt eine zweite Anlage dazu (Leimackerstrasse; 4 kW)

1996: Nun fliesst auch der Strom der ersten Anlage der SGA ins Netz (Schulhaus Löhracker; 7 kW)

1999: Das EW Aadorf unterstützt die Vermarktung von Strom mit ökologischem Mehrwert durch Aktionen und Rechnungsbeilagen.

2000: geht die Anlage Serto / Gressel ans Netz. Das EW Aadorf montiert den Netzanschluss auf eigene Kosten.

2004: Das Wasserrad in Aadorf nimmt seinen Betrieb auf (Grüntal; 15 kW). Das EW Aadorf leistet Bauarbeiten und Anschlusskosten im Wert von Fr. 20'000.-.

2005: Im Jubiläumsjahr (100 Jahre EW Aadorf) nimmt das EWA die Ökostromprodukte (Sonnen- und Wasserradstrom) der SGA in ihr Angebot auf.

2007: Die dritte Solarstromanlage der SGA wird ans Netz angeschlossen (Serto II; 7 kW). Das EWA übernimmt wiederum die Anschlusskosten und engagiert sich zudem mit Fr. 30'000 an den Baukosten.

2008: Das EW Aadorf fördert mit einem eigenen Fonds für erneuerbare Energien während mehreren Jahren den Bau von Solaranlagen (Warmwasser und Strom). Damit unterstützt  es 2013 unter andern auch den Bau der PV-Anlage Neuer Kindergarten in Aadorf (29 kW).

2013: weiht das EW Aadorf die erste eigene Solarstromanlage auf dem Gemeindezentrum Aadorf ein.

2014: Das EW Aadorf übernimmt die Ökostromvermarktung von der Solargenossenschaft vollständig und kauft im Gegenzug die Ökozertifikate des von der SGA produzierten Solar- und Wasserradstromes ein.

Die Anlagen der SGA:

Anlagen Baujahr Leistung Sollertrag
Löhracker 1996 6.8 kWp 5904 kWh
Gressel 00 / 07 10.8 kWp 10440 kWh
KIGA 2013 19.0 kWp 16980 kWh
Grüntal 2004 15.0 kWp 69880 kWh
Total   51.6 kWp 103204 kWh

Weitere Angaben zur Solargenossenschaft unter: www.sg-aadorf.ch

 



Vorstand der SGA mit der PV-Anlage Gressel (2012)


Neuste PV-Anlage der Solargenossenschaft
auf dem Kindergartenneubau (2013)

Kurze Geschichte der Photovoltaik

1839: Alexandre Edmond Becquerei entdeckt den photoelektrischen Effekt. Dabei stellt er fest, dass der Strom bei Licht grösser ist als im Dunkeln.

1907: Albert Einstein liefert eine theoretische Erklärung dafür.

1940: Russell S. Ohl stellt fest, dass durch die Beleuchtung des Siliziums ein Strom erzeugt werden kann.

1958: der zweite Satellit der USA namens Vanguard I fliegt mit einer chemischen Batterie und Photovoltaikzellen zum Betrieb eines Senders an Board ins All.

1973: Mit der Ölkrise wächst das Interesse an anderen Energiequellen. Erstmals werden mehr Solarzellen für terrestrische Zwecke als für den Einsatz in der Raumfahrt hergestellt.

1976: Die australische Regierung entscheidet, das gesamte Telekommunikationsnetz im Outback mit photovoltaisch gestützten Batteriestationen zu betreiben.

1980: Solarmodule mit wiederaufladbaren Batterien werden Standardanwendung zum Betrieb von Signalanlagen auf kleinen unbemannten Ölbohrinseln im Golf von Mexiko oder für die US-Küstenwacht.

1983: Die USA erzielen einen Anteil am Weltmarkt  der Photovoltaik von ca. 21 Prozent.

1985: Der Schweizer Ingenieur Markus Real initiiert das Megawatt-Projekt: auf 333 einzelnen Gebäuden werden 3-kW-Dachanlagen installiert.

1991: Deutschland übernimmt die Führungsrolle in der Breitenanwendung der Photovoltaik mit dem 100'000  Dächer-Programm und der kostendeckenden Einspeisevergütung. Über 50 Länder kopieren diese Regelungen.

2006: In Italien wird Solarstrom erstmals auch ohne Fördermittel günstiger als Strom aus der Steckdose (stärkere Sonneneinstrahlung und hoher Anteil an Strom aus Erdöl).

2006: In Deutschland werden in einem Jahr neue Anlagen mit 0.95 GW Leistung in Betrieb genommen. Das ist das dreifache der Nettoleistung  eines KKW-Reaktors in Beznau. Die jährliche Zuwachsrate liegt bei 2.6%.

2007: Auch die Schweiz beschliesst mit fast 20jähriger Verspätung eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) zur effizienten Förderung der erneuerbaren Energiequellen.

2013: wurde die in der Schweiz installierte Leistung von PV-Anlagen um 300 MW auf total 720 MW beinahe verdoppelt. Der Wirkungsgrad der Solarzellen konnte im Lauf der Jahre auf 20% gesteigert werden und die Kosten pro installiertes kW Leistung sind unter Fr. 3000.- gesunken (zum Vergleich: 1994 15'000 Fr.)

             
Erste PV-Anlage des EW Aadorf auf dem Gemeindezentrum (2013)

Quelle: Solargenossenschaft Aadorf (Stand Februar 2014)